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JULIUS-SCHNIEWIND-HAUS e.V. Geistliche Einkehr- und Begegnungsstätte Seelsorge- und Tagungsheim in der Evangelischen Kirche Lebenszentrum der "Schniewind-Haus-Schwesternschaft" |
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Andacht
„Frohe Christen durch tägliche Vergebung“
Wie viele Menschen machen einen guten Anfang im
Christsein. Sie leben im Glauben an Jesus, sie haben Umgang mit ihm
durch ihr Gebet. Voller Dankbarkeit und Freude sind sie, so dass sie
ihm in seiner Nachfolge dienen können. Doch auf dieses Wachsen und Werden fällt oft ein
Reif. Sünden, die als überwunden galten, zeigen sich wieder. Von
Gleichgültigkeit gegenüber dem Wort Gottes, von Widerwillen gegen
das Beten, von Ungehorsam, Zorn und Lüge werden Christen überfallen.
Charakterschwächen brechen erneut auf. Der „alte Mensch“ scheint
wieder die Macht gewonnen zu haben. Statt des Sieges über die
Finsternis gibt es Niederlagen. In dieser Situation ist der Mensch
einsam, ratlos, voller Trauer. Viele meinen, dass es jetzt mit dem
Glauben aus sei. Sind sie endgültig von Gott getrennt? Will sie
Jesus nicht mehr? Es sind gewiss große Nöte und Dunkelheiten, in die
diese Christen hineinkommen. Eine längere Zeit von Jesus losgelöst
sein ist eine Qual. In der christlichen Gemeinde herrscht leider trotz
bester Verkündigung die Auffassung, dass solches Leben mit den
vielen Niederlagen und ihren Folgen „normal“ sei. Wir können eben
keine fröhlichen Christen bleiben. Die „erste Liebe“ hört einmal
auf, den großen Schwung des Anfangs verlieren wir wieder. Wir sind
Sünder und bleiben es. Durch solche Rede wird der ganze Ernst der
Schuld verharmlost. Kann das die Rettung sein? Hat nicht Jesus Christus, der unter uns gelebt hat
und im Namen des Vaters sprach, gesagt: „Wer zu mir kommt, den will
ich nicht hinaus stoßen“? Hat nicht Johannes in seinem ersten Brief
geschrieben: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und
gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller
Untugend“? – Du darfst also mit deinen Sünden immer wieder, jeden
Tag, ja jeden Tag mehrmals, wenn es notwendig ist, zu ihm kommen.
Ganz kindlich darfst du dich zu ihm hinwenden. Alles kannst du ihm
sagen. Er weiß, wie du bist. Er sieht dich, er kennt dich, er
verwirft dich nicht. Auch wenn du als Glaubender versagt hast, sieht
er dich gütig an. Jesus schenkt dir das Größte und Gewaltigste, was
es auf Erden geben kann: Er erlässt dir jede Schuld. Alle
Verkehrtheiten und Bösartigkeiten nimmt er weg. Das schuldhafte
Leben, das du auch als Christ geführt hast, ist ausgetilgt,
durchgestrichen. Nun bist du wieder durch Jesu Wort ein frohes
Gotteskind. Erneut bist du mit dem Vater verbunden. Du lebst in ihm.
Aus großem Elend bist du herausgekommen. Die Bahn ist frei für das
Wirken des Heiligen Geistes. Darum der Ruf: Komm eilends zu Jesus!
Gewiss als Gebeugter, aber doch als Angenommener. Schiebe es ja
nicht hinaus. Die Gemeinschaft mit Jesus soll wiederhergestellt
werden. Ein von Gott geborenen Mensch ist nicht fertig und
vollkommen. Du wirst noch von vielen Fehlern übereilt werden, doch
dann gehe sofort zu dem Heiland der Welt. Er erlässt nicht nur die
Sünden – er führt dich zu neuem Leben. Er bringt dich in Ordnung.
Ohne ihn kannst du nichts tun.
Pfarrer Bernhard Jansa (U)
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